Kleine Langflossen-Kampfische ganz groß: Betta dimidiata

 

Es gibt wohl kaum Wildbetta-Arten mit eindrucksvolleren Flossen als sie die Männchen von Betta dimidiata haben (siehe Foto 1). Da stört es auch nicht, dass sie farblich nicht sonderlich auffallend sind. Die maulbrütenden Tiere wurden von Roberts (1989) im Jahr 1989 beschrieben und werden heute der namensgleichen Betta-dimidiata-Gruppe zugeordnet. Zu dieser Gruppe gehört nur eine weitere Art, nämlich Betta krataios (Tan & Ng, 2006). Linke (2013) führt als Verbreitungsgebiet das Sungai Seriang Gebiet in West-Kalimantan an (siehe Literatur für Details). Bei dem Biotop handelt es sich um ein Sumpfgebiet mit weichen und relativ sauren Wasserbedingungen (pH um 5).

Foto 1 und 2: Männchen (links) und Weibchen von Betta dimidiata.


Im Sommer 2017 zogen drei Pärchen (Ruinemans, ohne Fundort) in ein seichtes Becken mit 110 cm*30 cm Grundfläche ein. Dort entwickelten sie sich prächtig. Die Wasserwerte sind weich (KH=0; Osmose) und sauer (pH um 4,5; Torfsoden) und das Becken ist strukturreich mit Verstecken, Sphagnum-Moos und vielen Schwimmpflanzen eingerichtet (siehe Foto 3). Es sei angemerkt, dass zahlreiche Leute von weit „moderateren“ Pflegebedingungen (härter, neutraler) berichten (schriftlich und mündlich überliefert). Mir wurde sogar schon gesagt, dass bei sauren Bedingungen Verluste auftreten können. Ich konnte diese Erfahrungen freilich nicht bestätigen, man sollte jedoch vorsichtig sein.

Foto 3: Männchen von Betta dimidiata im Becken.


Bezüglich des Verhaltens ist die kaum vorhandene innerartliche Aggressivität hervorzuheben. Ein Kontrast zu den Betta gladiator im Becken nebenan :) Erst nach dem Sommer, die Temperaturen waren im Becken auf rund 24 °C gefallen, sah ich das erste maulbrütende Männchen. Es kamen allerdings lediglich zwei Jungfische hoch und ich beschloss, die Tiere beim nächsten Mal zu separieren. Nach kurzer Zeit hatten alle drei Männchen die Mäuler voll und sie wurden innerhalb von wenigen Tagen – sie mussten erst erwischt werden – in Netzkästen ins Hauptbecken gegeben (siehe Foto 4). Nach jeweils rund 14 Tagen (max. 16) wurden die Jungfische dann entlassen und ich gab die adulten Tiere alsbald in das Hauptbecken zurück.

Foto 4: Netzkästen mit Betta dimidiata im Hauptbecken. Links: Bereits freigelassene Jungfische. Rechts: noch maulbrütende Männchen.


Die Jungfische (ca. 15-20 pro Brut) wurden in den ersten Wochen mit Essigählchen und Artemianauplien gefüttert. Nach rund einem Monat erfolgte dann die Übersiedelung und Aufteilung in zwei Aufzuchtbecken mit jeweils 60*40 cm Grundfläche und denselben Wasserbedingungen wie im Hauptbecken (siehe Foto 5).

 Foto 5: Junge Betta dimidiata im Aufzuchtbecken.


Foto 6: Betta dimidiata Jungfische. Einige Monate alt


Foto 7: Betta dimidiata Jungfische. Einige Monate alt


Video: Betta dimidiata Männchen

Literatur:

Linke, H. (2013): Labyrinthfische. 352 S., Berlin.