Betta gladiator – Wer bin ich?

 

Betta gladiator gehört dem unimaculata-Formenkreis an, wurde von Tan & Ng im Jahr 2005 erstbeschrieben und kommt in einem rund 600 km² großen Schutzgebiet, dem Maliau-Basin-Conservation-Area, in der Region Sabah, Malaysien vor. Da in diesem Gebiet das Fangen von Fischen und natürlich auch die Mitnahme verboten sind, ist die tatsächliche Herkunft der heute über Export angebotenen Tiere zu hinterfragen. Nach der Beschreibung von Tan & NG treten in den umliegenden Gebieten als Vertreter der unimaculata-Gruppe vorwiegend Betta ocellata auf. B. gladiator kann somit nur endemisch in einem sehr begrenzten Gebiet vorkommen. Die Autoren weisen darauf hin, dass die Anzahl der Brustflossenstrahlen (pectoral fin rays) bei gladiator 16-17 beträgt, das wäre ansich ein gutes morphologisches Unterscheidungsmerkal zu den restlichen Arten im Formenkreis. Denn alle anderen Arten besitzen weniger Brustflossenstrahlen. Leider wird die Erstbeschreibung von einigen Fachleuten infrage gestellt und es ist die Artbeschreibung bis zu einer Revision zumindest kritisch zu hinterfragen. Darauf möchte ich mich aber nicht weiter einlassen, da mir schlicht die Expertise fehlt. Über Ostdeutschland bezog ich im Spätherbst 2017 einige Nachzuchten von B. gladiator. Diese wurden ursprünglichen von einem bekannten japanischen Aquarianer in den Umlauf gebracht. Da die Tiere jedoch nur 12-13 Brustflossenstrahlen aufweisen, bezeichne ich sie in meinem Bestand von nun an als ?gladiator.

 

Bei mir lebt eine Fünfergruppe – 1 adultes Pärchen und 3 weitere subadulte Tiere in einem 80 cm Becken. Die Wasserwerte sind weich (Osmose) und sauer (pH 5,3; Ansäuerung mit Torf). In der Natur werden die Tiere – das lässt schon der Name vermuten – als aggressiv beschrieben. Ich kann das bisweilen nicht wirklich bestätigen. Zwar kommt es laufend zu „Reibereien“, aber wirkliche Flossenschäden oder andere Verletzungen kamen bis jetzt nicht vor. Eine Beckengestaltung mit vielen Rückzugsmöglichkeiten für die Tiere ist trotzdem Pflicht. Futtertechnisch sind Tiere einfach nur verfressen und dabei sehr sprungfreudig - ob Lebendfutter a la carte  oder Trockenfutter ist ihnen nicht so wichtig :)

 

Die Fortpflanzung fand erst bei ganz weichen Wasserwerten statt. Das Männchen trug die Brut 16 Tage aus, leider konnte ich das Männchen nicht früh genug in ein Aufzuchtbecken setzen – Deshalb bin ich noch immer mit dem Einsammeln von Jungfischen beschäftigt. Diese kommen dann in einen Laichkasten im Becken um sie gezielter zu füttern und sie vor den adulten Tieren zu schützen.

 

Mir macht es Spaß diese tollen Fische großzuziehen und ich bin schon gespannt, ob sich in der kommenden Zeit noch bezüglich der Artbeschreibung etwas tut.

 

Weibchen von B. ?gladiator


Männchen von B. ?gladiator


Jüngeres Männchen von B. ?gladiator


Becken für B. gladiator


Jungfisch, 10 Tage alt