Betta macrostoma - Meine Erfahrungen

Der „Rote Großmaul Kampffisch“ wurde bereits 1910 von REGAN erstbeschrieben und kommt im Grenzgebiet von Sarawak/Brunei vor. Da man in der Literatur genügend Informationen zu der Art findet, werde ich auf die Biotopbedingungen etc. nicht weiter eingehen. Stattdessen beschränke ich mich auf meine Erfahrungen was Pflege und Nachzucht betrifft.

Für die gezielte Zucht verwende ich ein Artbecken mit einer Grundfläche von 60*40 cm. In diesem lebt lediglich ein Pärchen. Mein Zuchtpärchen stammt aus Marudi/ Sarawak und ich gehe davon aus, dass es sich bereits um Nachzuchten handelt.
Ich verwende 100 % Osmosewasser und im Becken liegt der Leitwert bei ca. 50 µS/cm. Es kommt also zu einer leichten Aufhärtung im Aquarium. Der Wasserwechsel erfolgt wöchentlich mit rund 30 %. Der pH liegt bei ca. 4,5 und für das Ansäuern reichen kleine Weißtorfsodenstücke. Diese bleiben im Becken um die Bedingungen zu stabilisieren. Da bei unseren Wohnbedingungen die Temperaturen im Sommer bis um 30 °C steigen, habe ich mich für einen externen Durchlaufkühler von Hailea entschieden. Solche Geräte dienen auch der Pflege von Kaltwassertieren (Axolotl etc.). Um die Kühlung zu optimieren, habe ich manche Seitenscheiben und die Filterschläuche für den Außenfilter mit Dämmmaterial isoliert. Die Zieltemperatur liegt bei 24,5 °C. Zu dem Außenfilter habe ich an einer weiteren Stelle einen kleinen UV Innenfilter installiert. Außerdem verwende ich in dem Becken keinen Bodengrund (Sand etc.), es sind lediglich viele Wurzeln, Eichenlaub und Unterstände aus Ton und im nicht sichtbaren hinteren Bereich große Joghurtbecher vorhanden. Bepflanzt ist es mit reichlich Javafarn, Anubias und Büschelfarn an der Oberfläche.

Meine Tiere sind schlicht verfressen und man muss aufpassen, dass sie bei der Öffnung der Deckscheiben nicht aus dem Becken springen. Sie nehmen jedes Futter an (auch Granulat), doch ich verwende regelmäßig vorher abgetötete Mehlwürmer abgesehen von anderen div. Futtersorten. So soll das Männchen die Phase des Maulbrütens leichter überstehen. Nach zwei Fehlversuchen- das Männchen hatte die Brut immer geschluckt – klappte es beim dritten Mal nach rund 20 Tage. Es ist nicht notwendig die Jungfische von den Elterntieren zu trennen. Mir wären bis jetzt keine Verluste aufgefallen. Die Jungtiere nehmen sofort Artemia und auch Trockenfutter wie künstliches Plankton.

Mittlerweile (4.8.2018) - es ist sicher schon 2 Wochen her - habe ich die Jungfische in ein 60l Becken übersiedelt. Das Männchen hat nämlich wieder zum Maulbrüten begonnen und eine Etagenbrut ist wahrscheinlich wenn überhaupt möglich nur mit einem ziemlichen Ausfall verbunden. Jedenfalls stehen die Jungfische bei Osmosewasser ohne Kühlung (sprich das Becken hat nun 27-29°C im Sommer) und es funktioniert gut. Ich achte nur auf einen wöchentlichen Wasserwechsel mit ca. 40-50 %. Zudem hat das Becken keinen Bodengrund und wird leicht mit Torf angesäuert. Eine UVC ist nicht in Betrieb.

Betta macrostoma Fütterung