Zuchtbericht - Malpulutta Kretseri

 

Malpulutta kretseri (Deraniyagala, 1937) gehören unbestritten zu den schönsten Labyrinthfisch-Wildformen. In der Labyrinthfisch Szene sind sie selten und begehrt, anderen AquarianerInnen oft nicht bekannt. Seit Mitte der 1990er gibt es keine Importe aus Sri Lanka, siehe „Fisheries and Aquatic Resources Act Number 02 from 1996“, jene im Hobby befindlichen Tiere sind also ausschließlich Nachzuchten. Fast wären sie ein gutes Beispiel für eine erfolgreiche Arterhaltung im Aquarium. Leider nur fast, denn die Anzahl der Leute die sich mit ihnen beschäftigen ist sehr überschaubar. Dementsprechend sind Nachzuchten im Handel auch nur äußerst selten anzutreffen.

 

 

 

Auf der IUCN-Roten Liste werden sie gegenwärtig als gefährdet (EN- endangered) geführt. Zu ihrem Schutz bzw. zum Erhalt der Biotope wurden auf Sri Lanka Arterhaltungsversuche durchgeführt, leider findet man über die Umsetzung wenig Informationen. Mündlich wurde mir überliefert, dass die Erfolge im Wesentlichen ausblieben. Die Homepage der IUCN bietet übrigens einen guten Überblick zu der Verbreitung und den bekannten Fundorten, diese befinden sich mehrheitlich im Südwesten von Sri Lanka (https://www.iucnredlist.org/species/12726/117405689). Im zentralwestlichen Teil wurden wahrscheinlich alle Biotope zerstört, das ist besonders schade, denn dort soll sich auch die Typlokalität befunden haben. Im deutschsprachigen Raum sind gegenwärtig Tiere von zwei Fundorten im Hobby vertreten, nämlich jene aus dem Kottawa Forest und dem Sinharaja Forest. Die optischen Unterschiede sind in meinen Augen eher marginal, es soll aber Fundorte mit größeren Unterschieden geben. Leider wurde mir erst unlängst mündlich mitgeteilt, dass sich der Zustand des Kottawa Forest wesentlich verschlechtert haben soll.

 

 

 

Die ca. 3-6 cm großen Malpulutta kretseri leben in kleinen klaren Bächen mit sehr weichem Wasser, die Strömung ist gering, die Temperatur um 25°C und der pH Wert leicht sauer (um 6 bis 6,5). Oft sind die Tiere im Bereich des Uferrandes anzutreffen, dort suchen sie unter überhängenden Wurzeln Schutz. Demensprechend sollte man das gut abgedeckte Artaquarium einrichten. Ähnlich wie bei Parosphromenus genügt für ein Pärchen ein kleineres Aquarium, wichtig ist ein Angebot von Unterständen in Form von Höhlen und Wurzeln, Schwimmpflanzen sind ebenfalls empfehlenswert. Es handelt sich um Schaumnestbauer, das Nest wird meist in Höhlen platziert und vom Männchen bewacht. In der Praxis kann man ihnen im Aquarium unterschiedlich große Tonhöhlen anbieten. Wenn diese nicht vorhanden sind, werden von laichwilligen Pärchen aber auch Alternativen gesucht, z.B. die Unterseite einer Wurzel. Das Schaumnest wird vom Männchen bewacht, mir ist allerdings bei der Beobachtung eines Pärchens aufgefallen, dass sich das Weibchen in Abwesenheit des Männchens beim Nest befindet. Vielleicht war das aber erst knapp nach der Eiabgabe. Nach wenigen Tagen schwimmen die Jungen frei, man kann dann die meist überschaubare Anzahl von Jungfischen entnehmen und z.B. in einen Einhängekasten im Pflegebecken setzen. Notwendig ist dieser Schritt jedoch nicht und man kann sie auch direkt bei den Elterntieren aufwachsen lassen. Zudem besteht das Risiko, die fragilen Jungtiere bei der Übersiedelung zu verletzen. Als Erstfutter empfiehlt sich Eigelb bis sie Artemia Nauplien bewältigen können. Bis die Tiere eine adulte Größe erreichen vergehen viele Monate, sie wachsen zumindest subjektiv sehr langsam. Wichtig ist ein gutes und variierendes Angebot von kleinem Lebendfutter – z.B. Artemia Nauplien, Moina macrocopa und Essigälchen. Frostfutter wird hingegen von meinen Tieren nicht akzeptiert, soll aber auch möglich sein.

 

Es wäre schön, wenn sich auch in Österreich AquarianerInnen für diese monotypische Gattung begeistern könnten und weiterführend zur Arterhaltung beitragen würden. Ich hoffe, ich konnte mit diesem Text Interesse wecken!